Fortpflanzung

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Im Verlauf des Jahres schwankt das Nahrungsangebot für den Strauß und somit auch die Fortpflanzungszeit. Dementsprechend  ist die Brutzeit je nach geographischer Lage recht unterschiedlich. In Europa hingegen ist die Fortpflanzungszeit zwischen März und August.

Das Männchen errichtet innerhalb eines Territoriums mehrere Nestmulden, welches es in den Staub scharrt. Sobald das Männchen  nach langer Balz ein Weibchen gefunden hat, wählt das Weibchen nach der Paarung eine Nestmulde aus und beginnt mit der Eiablage. Das Weibchen legt nun insgesamt etwa acht bis zwölf Eier im Abstand von zwei Tagen. Die Eier können durchaus eine Länge von 13 – 16 cm erreichen und ein Gewicht von 1 ½  Kilogramm erreichen und sind damit die größten Eier im ganzen Vogelreich. Die Schale ist durchschnittlich 1,97 mm dick.

Neben der Haupthenne hat der Straußenhahn gewöhnlich noch ein bis drei “Nebenhennen”. Diese legen mitunter selbst drei oder vier Eier ins Nest, was von der Haupthenne geduldet wird.

Die Haupthenne bleibt mit dem Hahn oft über mehrere Jahre zusammen.

Der Hahn paart sich zunächst mit der Haupthenne und im Nachhinein mit der Nebenhenne. Vor der Paarung gibt es ein Balzritual, bei dem der Hahn seine Flügel präsentiert und sie abwechselnd auf und abschwingt. Gleichzeitig bläst er seinen Hals auf und lässt ihn ebenfalls abwechselnd nach links und rechts pendeln. Dabei legen sich die Hähne hin.

Die Henne zeigt ihre Paarungsbereitschaft mit einer „Demutsgeste“, bei der sie den Kopf und die Flügel hängen lässt, während dessen sie durch das Revier läuft.

Erst, nachdem alle Eier gelegt sind, beginnt das Straußenpaar mit der eigentlichen Brut. Dies hat zur Folge, dass nach sechswöchiger Brutzeit alle Jungen etwa gleichzeitig schlüpfen.

Die Küken tragen ein braun geflecktes Tarnkleid (Daunenkleid) und sind mit etwa sechs Monaten fast so groß wie die Eltern. Mit drei Monaten wechseln die Jungen vom Daunen- zum Jugendkleid. Voll ausgewachsen und ausgefärbt sind sie aber erst nach drei bis vier Jahren. Die Jungen sind imstande bereits nach kürzester Zeit Ihren Eltern zu folgen. Dies nennt man auch Nestflüchter.

Mit der Brutpflege fahren die Elterntiere fort, indem sie ihre Flügel über den Jungen ausbreiten, um sie so vor Sonne und Regen zu schützen. Im Alter von nur drei Tagen verlassen die Küken erstmals das Nest und folgen den Eltern überall hin. In den ersten Lebenswochen wird der Nachwuchs noch von den Eltern beschützt, aber bereits als Halbwüchsige bilden sie sich zu großen Schwärmen zusammen. Die Geschlechtsreife erreicht Hähne gewöhnlich erst im Alter von drei bis vier Jahren, Hennen hingegen im Alter von zwei Jahren.

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